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Anthropisches Prinzip, die Erkenntnis, dass die Naturgesetze so formuliert sein müssen, dass sie mit der Existenz von Naturforschern vereinbar sind. Das klingt zunächst wie eine Binsenweisheit. Das Anthropische Prinzip soll jedoch bestimmte Eigenschaften der Naturgesetze erklären. Das gilt vor allem für die Werte von Naturkonstanten, für die Anzahl und Art der Elementarteilchen und die Anzahl der Dimensionen des Raums. Diese Werte sind nämlich genau auf unsere Existenz maßgeschneidert. Schon bei geringen Abweichungen von den Zahlenwerten, die diese Konstanten in unserem Universum haben, können keine schweren Elemente und damit kein Leben entstehen. Das maßgeschneiderte Universum Das augenblickliche Standardmodell der Physik – die Theorie, die das Verhalten der Materie beschreibt – liefert keine Erklärung für diese perfekt passenden Werte der Naturkonstanten. Zwar könnten sich die Werte auf natürliche Weise aus einer zukünftigen Stringtheorie ergeben. Das würde jedoch lediglich das Problem der Feinabstimmung des Kosmos auf eine andere Ebene verlagern. Der Kosmologe Brandon Carter bot 1973 mit seinen zwei Anthropischen Prinzipien eine alternative Erklärung.
Wie zu erwarten, führte die Formulierung der Anthropischen Prinzipien sofort zu Kontroversen, Missverständnissen, Vereinnahmungen durch religiöse oder esoterische Gruppen und zur Publikation wirrer Bücher. Anhänger des Kreationismus sahen im Starken Anthropischen Prinzip einen Beweis für göttliche Eingriffe in die Natur. Manche Wissenschaftler machten sich einen Spaß daraus, den Streit durch Veröffentlichung weiterer Anthropischer Prinzipien anzuheizen. John Wheeler etwa formulierte das Partizipatorische Anthropische Prinzip: Beobachter sind nötig, um das Universum zu erzeugen. Weblinks zum Thema
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