Ereignishorizont, eine Fläche in der Raumzeit, die für Ursache-Wirkungs-Beziehungen in einer Richtung undurchdringlich ist.

Keine Ursache auf der Innenseite eines Ereignishorizonts kann irgendeine Wirkung auf der Außenseite hervorrufen. Ereignishorizonte resultieren aus der endlichen Lichtgeschwindigkeit, welche gemäß der Speziellen Relativitätstheorie die größtmögliche Geschwindigkeit für alle Ursache-Wirkungs-Beziehungen ist. Ereignishorizonte umgeben Schwarze Löcher. Auch den Rand des beobachtbaren Teils des Universums (Hubble-Volumen) bezeichnet man als Ereignishorizont, der allerdings nicht im Raum stillsteht, sondern sich mit Lichtgeschwindigkeit ausbreitet.

Auch wir sind von einem Ereignishorizont umgeben, der ständig von uns ausgeht, sich mit Lichtgeschwindigkeit von uns entfernt und in der Raumzeit die Form eines Kegels hat.

Der Einfachheit halber ist hier der Raum als zweidimensionale Ebene dargestellt. Die Zeit schreitet nach oben hin fort. Der Punkt im Zentrum ist ein Ereignis in der Gegenwart – etwa die Position eines Beobachters zu einem bestimmten Augenblick. Ein Lichtsignal, das der Beobachter aussendet, pflanzt sich in der Raumzeit mit Lichtgeschwindigkeit fort und bildet die Form eines oben offenen Kegels. Die Steilheit des Kegels ergibt sich aus der Lichtgeschwindigkeit.

Ereignisse außerhalb dieses Lichtkegels sind von der Gegenwart aus prinzipiell nicht beobachtbar oder beeinflussbar, da sich ein solcher Einfluss nicht schneller als mit Lichtgeschwindigkeit auswirken kann. Wir können also auf der Erde nicht etwas tun, was sofort auf dem Mond eine Wirkung auslösen würde. Eine Ursache auf der Erde kann also erst zu einem etwas späteren Zeitpunkt etwas auf dem Mond bewirken - nämlich nach der Zeit, die ein Lichtstrahl für die Reise von der Erde zum Mond braucht. Nur dann liegen beide Ereignisse, Ursache und Wirkung, innerhalb des Kegels. Der im Bild mit 'Zukunft' markierte Lichtkegel ist also ein Ereignishorizont, der den zugänglichen und beobachtbaren Bereich innerhalb von dem nicht beobachtbaren und beeinflussbaren Bereich außerhalb trennt.

Ebenso ist umgekehrt ein Ereignis selbst nur von Ereignissen innerhalb seines 'Vergangenheit'-Lichtkegels beobachtbar oder beeinflussbar. Würde gerade in diesem Moment die Sonne explodieren, bekämen wir das nicht mit, denn die Explosion wäre ein Punkt auf der Gegenwarts-Ebene außerhalb unseres Ereignishorizonts. Erst wenn die Explosion in den Vergangenheitslichtkegel eintritt – was wegen der Entfernung der Sonne erst nach etwa neun Minuten der Fall wäre – würden wir etwas merken.


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