Vier populäre Irrtümer der Kosmologie

 

1. Universum-Irrtum. Unser Universum entstand vor etwa 15 Milliarden Jahren aus einem Punkt und dehnt sich seitdem mit Lichtgeschwindigkeit aus. Sein Radius beträgt jetzt also etwa 15 Milliarden Lichtjahre.

Das Universum entstand nicht aus einem Punkt, sondern war vermutlich schon zu seinem Beginn unendlich groß. Allerdings ist nur ein Bereich von etwa 46 Milliarden Lichtjahren Radius für uns sichtbar. Warum Astronomen dies heute annehmen, können Sie unter den Rubriken Universum und Urknall nachlesen.

 

2. Perspektiven-Irrtum. Je weiter ein Objekt von uns entfernt ist, desto kleiner erscheint es uns.

Das stimmt nur für relativ nahe Objekte. Sehr ferne Galaxien sind Scheinriesen – sie erscheinen uns umso größer, je weiter sie entfernt sind. Dieser paradoxe optische Effekt resultiert aus der endlichen Lichtgeschwindigkeit und dem ständigen Wachsen aller Entfernungen im Universum. Näheres erfahren Sie unter Entfernung.

 

3. Rotverschiebungs-Irrtum. Ferne Galaxien erscheinen uns rot, weil sie seit dem Urknall von uns wegfliegen. Die Rotverschiebung kommt dabei durch einen Doppler-Effekt der Lichtwellen zustande.

Nach heutigen Erkenntnissen fliegen weder die Galaxien von uns weg, noch ist ein Doppler-Effekt die Ursache für die kosmische Rotverschiebung. Die wahre Ursache ist eine Ausdehnung des Raumgefüges und damit auch der Lichtwellen auf ihrem Weg durch das Universum.

 

4. Parallelwelt-Irrtum. Parallelwelten gibt es nur im Science-Fiction-Roman oder in Hyperräumen oder anderen Dimensionen.

Parallelwelten gibt es wahrscheinlich in unserem ganz normalen Universum. Das ist eine Folge seiner Unendlichkeit und der Tatsache, dass die Zahl der möglichen Welten aufgrund der Quantentheorie endlich ist. Einen Wegweiser zu Ihrem nächsten Doppelgänger finden Sie unter Parallelwelt.


 

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